Freiburgs Immobilienmarkt 2026: Aktuelle Preisentwicklung und Ausblick für Käufer und Verkäufer
Der Freiburger Immobilienmarkt 2026 zeigt moderate Preissteigerungen bei hoher Nachfrage. Aktuelle Zahlen zu Eigentumswohnungen, Häusern und Mietwohnungen – plus Ausblick für Käufer und Verkäufer.

Marktlage im Frühjahr 2026: Hohe Nachfrage trifft auf selektiven Käufermarkt
Der Freiburger Immobilienmarkt präsentiert sich im Jahr 2026 in einer Phase der Neuausrichtung. Nach den deutlichen Preisanstiegen der vergangenen Jahre hat sich die Dynamik verändert: Die Nachfrage bleibt auf hohem Niveau, insbesondere für Bestandsimmobilien mit guten energetischen Standards. Gleichzeitig zeigen sich Kaufinteressenten selektiver und preisbewusster als in den Vorjahren.
Laut dem aktuellen CityReport des IVD Süd besteht weiterhin eine insgesamt hohe Nachfrage nach Immobilien im Stadtgebiet Freiburg. Zu Jahresbeginn 2026 hat sich diese jedoch leicht abgeschwächt – ein Trend, der unter anderem auf gestiegene Hypothekenzinsen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten zurückgeführt wird. Parallel dazu wird ein wachsendes Objektangebot wahrgenommen, was die Marktlage für Käufer tendenziell verbessert.
Preisentwicklung: Moderate Steigerungen im Stadtgebiet

Die Kaufpreise für Immobilien in Freiburg haben sich im Frühjahr 2026 moderat nach oben entwickelt. Nach den starken Anstiegen der Jahre 2021 und 2022 sowie der Konsolidierung 2023/2024 zeigt der Markt nun wieder ein verhaltenes Wachstum:
Eigentumswohnungen
Für Bestandseigentumswohnungen lag der durchschnittliche Quadratmeterpreis im Frühjahr 2026 bei 4.970 Euro – ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Herbst 2025. Dieser Wert bezieht sich auf Wohnungen in guter Wohnlage mit gutem Wohnwert.
Neubauwohnungen erreichten mit durchschnittlich 6.700 Euro pro Quadratmeter ein um 2,4 Prozent höheres Niveau als ein halbes Jahr zuvor. Die Preisdifferenz zwischen Bestand und Neubau spiegelt vor allem die gestiegenen Baukosten und die höheren energetischen Standards wider.
Einfamilienhäuser und Reihenhäuser
Auch im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser waren im Frühjahr 2026 Preisanstiege zu verzeichnen:
- Freistehende Einfamilienhäuser im Bestand kosteten durchschnittlich 891.000 Euro (+0,8 % gegenüber Herbst 2025)
- Doppelhaushälften lagen bei 804.000 Euro (+1,1 %)
- Reihenmittelhäuser verteuerten sich auf 709.000 Euro (+1,7 %)
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Freiburg nach wie vor zu den hochpreisigen Immobilienmärkten in Baden-Württemberg zählt. Die Steigerungsraten fallen jedoch deutlich moderater aus als in den Jahren vor 2023.
Unterschiede zwischen Stadt und Umland
Während im Freiburger Stadtgebiet leichte Preissteigerungen zu beobachten sind, zeigt sich im Umland – insbesondere im Nördlichen Breisgau – eine andere Entwicklung: Hier halten sich die Preise tendenziell konstant. Bereits im Jahr 2025 war in dieser Region ein vergleichsweise hohes Angebot festgestellt worden.
Das traditionelle Preisgefälle zwischen den zentralen Stadtlagen und den Randlagen bzw. Umlandgemeinden wird nach Angaben des Immobilienmarktberichts 2025 kleiner. Die Tuniberggemeinden und Hochdorf holen preislich auf, bleiben aber weiterhin unter dem Niveau der innerstädtischen Lagen.
Welche Objekte sind besonders gefragt?
Eine klare Präferenz zeigt sich bei den Kaufinteressenten: Bestandsimmobilien ab Baujahr 1990 oder jünger sind besonders gefragt. Der Grund liegt in den energetischen Standards: Käufer bevorzugen Objekte mit gutem energetischem Zustand, da bei älteren Immobilien häufig umfangreiche und kostenintensive Sanierungen erwartet werden müssen.
Die gestiegene Bedeutung energetischer Anforderungen stellt eine zentrale Herausforderung am Markt dar. Altbauten ohne energetische Sanierung sind entsprechend schwerer zu verkaufen oder erzielen deutliche Preisabschläge.
Finanzierungsbedingungen: Komplexer und zeitaufwendiger
Neben den Kaufpreisen spielen die Finanzierungsbedingungen eine entscheidende Rolle für die Marktdynamik. Branchenexperten berichten, dass Finanzierungsprozesse zunehmend komplexer und zeitaufwendiger werden. Dies führt dazu, dass Transaktionen sich verzögern und manche Kaufinteressenten von einem Erwerb absehen.
Die Hypothekenzinsen sind im Vergleich zu den Tiefstständen von 2021/2022 deutlich gestiegen, haben sich 2025 aber wieder etwas entspannt. Diese Entwicklung hat mehr Bewegung in den Markt gebracht, wie auch der Immobilienmarktbericht der Stadt Freiburg für 2025 bestätigt: Mit rund 1,25 Milliarden Euro Geldumsatz wurde der höchste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1975 verzeichnet.
Mietmarkt: Weiterhin hohe Anspannung
Der Freiburger Mietwohnungsmarkt bleibt stark angespannt. Die Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot deutlich. Mietwohnungen werden häufig nicht öffentlich inseriert, sondern direkt oder über bestehende Netzwerke vergeben.
Die Neuvertragsmieten im Frühjahr 2026 lagen durchschnittlich bei:
- 15,00 Euro/m² für Altbauwohnungen (+1,4 % gegenüber Herbst 2025)
- 15,40 Euro/m² für Bestandswohnungen (+2,7 %)
- 17,70 Euro/m² für Neubauwohnungen (+2,9 %)
Besonders gefragt sind kleine Wohnungen für Studierende und junge Menschen sowie kompakte Drei- bis Vierzimmerwohnungen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen.
Dietenbach: Hoffnungsträger für bezahlbaren Wohnraum

Eine zentrale Rolle für die künftige Entwicklung des Freiburger Wohnungsmarkts spielt der neue Stadtteil Dietenbach. Das Großprojekt soll 6.900 Wohnungen für rund 16.000 Menschen schaffen – davon 50 Prozent als geförderte Mietwohnungen.
Im Juni 2026 endete die erste Bewerbungsrunde für den ersten Vermarktungsabschnitt mit einem Potenzial von etwa 800 Wohneinheiten. Insgesamt gingen 84 Bewerbungen von 39 verschiedenen Akteuren ein – von privaten Bauherren über Baugemeinschaften und Genossenschaften bis zu Bauträgern und Projektentwicklern. Baubürgermeister Martin Haag zeigte sich zufrieden mit der Resonanz und dem vielfältigen Bewerbermix.
Die finale Bewerbungsfrist läuft bis Mitte September 2026. Die Vergabe-Entscheidung über die ersten Grundstücke fällt der Gemeinderat Ende des Jahres. Die Grundstücke werden im Rahmen einer Konzeptvergabe zum Festpreis vergeben – nicht die Meistbietenden erhalten den Zuschlag, sondern die Bewerber mit dem besten Konzept hinsichtlich ökologischer, sozialer und städtebaulicher Aspekte.
Ausblick: Was bedeutet das für Käufer und Verkäufer?
Für Käufer bietet der Freiburger Markt 2026 eine etwas entspanntere Situation als in den Hochpreisjahren 2021/2022. Das wachsende Angebot und die selektivere Nachfrage schaffen mehr Verhandlungsspielraum. Gleichzeitig bleibt Freiburg ein Hochpreismarkt, in dem gute Objekte in gefragten Lagen schnell vergeben werden. Eine solide Finanzierung und realistische Preisvorstellungen sind entscheidend.
Für Verkäufer zeigt sich, dass gut gepflegte Bestandsimmobilien mit modernem energetischem Standard weiterhin gefragt sind und angemessene Preise erzielen. Bei älteren Objekten ohne energetische Sanierung müssen hingegen Abschläge einkalkuliert werden. Eine professionelle Vermarktung und realistische Preisfindung sind wichtiger denn je.
Für Investoren bleibt Freiburg aufgrund der hohen Mietpreise und stabilen Nachfrage ein attraktiver Standort. Die langfristige Perspektive wird durch Projekte wie Dietenbach nicht geschmälert – im Gegenteil: Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums stabilisiert den Gesamtmarkt und erhöht die Attraktivität der Stadt.
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